Unterwegs mit dem Reinflex Farbmobil

Im Frühjahr diesen Jahres war ich bereits mit der Firma Reinflex und einem Mitarbeiter unterwegs. Damals, im April, entstand ein Artikel über Graffitientfernung in Halle für das Stadtmagazin "Meine Händelstadt". Mir hat das so viel Spaß gemacht, dass ich mit Firmeninhaber Andras Bischof vereinbarte, auch den Einsatz des Farbmobil der Firma unter die Fotolinse zu nehmen. Am Montag, den 15.07.2013, war es endlich soweit.

Reinflex Farbmobil - Streichakrobatik

Graffitientferner mit Spraydosen

Anders als bei meinem letzten Reinflex-Trip musste ich dieses Mal nicht so früh raus. Ich verabredete mich mit den beiden Herren am abgesprochenen Einsatzort. Bei meiner Ankunft warteten sie bereits darauf, loslegen zu können. Ich staunte nicht schlecht, als einer der beiden Männer mit einer Spraydose um die Ecke kam! "Ich dachte es geht um Graffitientfernung", sinierte ich innerlich. Doch dann wurde mir erklärt, dass an diesem Einsatzort die Graffiti noch nicht vorab entfernt worden waren. Darum wurden die "Gemälde" zunächst mit einer Flüßigkeit besprüht, welche die Farbe zunächst leicht anlöst. Ganz weg, wie bei der umfangreichen Graffitientfernung, geht es nicht, aber es hilft definitiv vor dem Anstrich. Die Schnellvariante für kurzfristige Einsätze, erläuterte der Kollege. Schließlich waren die Zeichen dann nur noch schwach zu sehen und die Bestimmung der Farbe konnte beginnen. Mit dem Messgerät bestückt kam dann auch schon der junge Mann um die Ecke gebogen. Ein interessantes Instrument! Man hält es gegen die Wand und das Gerät ermitelt den richtigen Farbton. Nach dem Sprayen folgte nun also der High-Tech Einsatz.

Die Misch-Software im Reinflex Farbmobil

Farben via Laptop mischen

Zurück am Einsatzwagen wurde das Farblesegrät an den Laptop angeschlossen. Mittels Spezialsoftware wird die richtige Zusammensetzung der Farbanteile errechnet. Gespannt verfolgte ich den Vorgang: An der Mischbattarie kann man genau die passende Menge einstellen, die dann in die Basisfarbe (hier gibt es mehrere verschiedene Weißtöne, die ebenfalls von der Software vorgegeben werden) gemischt wird. Das Mischen erfolgt dann wieder ganz klassisch mit Holzstab per Hand. High-Tech trifft auf klassische Handarbeit. Mit dem fertig angerührten Farbtopf ging es nun wieder zurück zur Gebäudewand. Bei ganz genauem Hinsehen, konnte man erkennen, dass hier bereits vorher schon einmal entfernt und gemalert wurde. Darum wurde genau darauf geachtet, dass man im erneuerten Bereich mit dem Anstrich blieb. Mit Hilfe der Wasserwaage klappte das Bestens. Eine Weile später war nichts mehr von der Übeltat zu sehen. Die Wand erstrahlte in neuem Glanz.

Der zweite Einsatzort

Am zweiten Einsatzort konnte ich miterleben, wie sinnvoll die vorherige Graffitientfernung bei großflächigen Bildern ist. Ohne große Vorbearbeitung konnten die beiden Männer beginnen. Zunächst kam das Farbmessgerät zum Einsatz. Nach Ermittlung des richtigen Farbtones und Errechnung der Zusammensetzung war der Eimer bereit für die Wand. "Dieses Mal wird es also grünlich", teilte mir der Kollege mit. Ich war irgendwie irritiert. Für mich schien die Wand beige oder sandfarben. Aber bei genauer Betrachtung des Eimerinhaltes merkte schließlich auch ich, dass es sich um einen Grünton handelte. Ohne die Messung wäre hier wahrscheinlich zunächst was schief gegangen und dann hätte sich der Einsatz unnötig in die Länge gezogen. "Was für ein cooles Tool!" bemerkte ich. Dann machten sich die beiden Herren durch das Gewühl der Passanten mit ihrem Schutzbrett, Eimer, Pinsel und Rolle und überstrichen die geschädigten Stellen entlang des Gebäudes, bis auch hier nichts mehr von den Kritzelresten zu erkennen war. Mittendrin klingelte ein Handy. Die Zentrale rief an. Ein Notfall im Süden der Stadt. Rechtsradikale Parolen mussten sofort entfernt werden. "Na das hat dann jetzt Vorrang", erklärte mir der Mitarbeiter. Das hieß dann erstmal Pause für das Farbmobil, Umstellung auf den Einstatzwagen zur Graffitientfernung und weiter zum neuen Einsatzort. Ich verabschiedete mich von den beiden Reinflex-Mitarbeitern und wünschte noch gutes Gelingen.

Und zu mir selbst dachte ich: "Auch der zweite Einsatztag hat Spaß gemacht! Vielleicht sollte ich auch die Fassadenreinigung mal mitverfolgen, sowie zuletzt bei dem Denkmalschutzauftrag in Altscherbitz...

Ihr Manuel Hiemer

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